Stadtwerke Holzminden - Kommunalwirtschaft -  AöR


Seit dem 1. Januar 2009 sind in den Stadtwerken Holzminden - Kommunalwirtschaft - Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) die Sparten Abwasserbeseitigung, Baubetriebshof mit den Betriebszweigen Bauhof und Gärtnerei, Straßenreinigung sowie die Wasserversorgung zusammengefasst.


Aufgaben & Planung


Die Stadt Holzminden hat mit rd 21.000 Einwohnern die Funktion eines Mittelzentrums im südwestlichen Niedersachsen. In der Stadt befinden sich größere Industrie- und Gewerbebetriebe, z.B. der chemischen, der Elektro- und der Glasindustrie.

Über ein Kanalnetz von über 105 km wird das Abwasser überwiegend im sogenannten Mischsystem der Kläranlage Holzminden zugeleitet.  Die Länge des städtischen Kanalnetzes einschließlich aller Ortsteile beträgt  134 km ( Stand 31.12.2007 ). Hierbei beträgt die Mischwasserkanallänge 91 km, die Schmutzwasserkanallänge 21 km und die Regenwasserkanallänge 16 km. Im Jahr 1911 erfolgte der Beginn der Kanalisationsverlegung in der Stadt Holzminden. Aufgrund der vorhandenen chemischen Industrie hat die Stadt in den Jahren 1991 - 1996 einen 5 km langen separaten Industrieabwasserkanal DN 700 aus Steinzeug von der Kläranlage quer durch die Stadt bis zu dem Werksgelände der chemischen Industrie verlegt. Parallel mit dem Industriekanal ist ebenfalls ein neuer Mischwasserentlastungskanal DN 1600 von der Kläranlage quer durch die Stadt bis zur Sollingstraße in den Jahren 1991 - 2000 verlegt worden. Um die allgemein anerkannten Regeln der Abwassertechnik bei der Mischwasserableitung einzuhalten ist im Jahr 2000 zentral bei der Kläranlage Holzminden ein Regenüberlaufbecken mit einem Inhalt von 2.500 cbm und ein Ausgleichsteich mit einem Fassungsvermögen von 5.600 cbm gebaut worden, sowie ein Stauraumkanal mit einem Fassungsvermögen von 600 cbm bei der Pumpstation Weser verlegt worden. Insgesamt sind 4 Regenrückhaltebecken mit einem Regenrückhaltevolumen von 3.500 cbm am Kanalnetz gebaut worden. Wegen der topographischen Verhältnisse im Stadtgebiet sind  8 Pumpwerke im Kanalnetz vorhanden. 

Die Riech- und Geschmackstoffindustrie stellt eine ganz besondere Anforderung an eine einwandfreie Abwasserreinigung und Beseitigung. 1958 wurde die erste größere Anlage für die Klärung der Abwässer erstellt. Sie bestand aus einer 4-straßigen Absetzanlage in Verbindung mit der Schlammfaulung.

Bereits nach wenigen Jahren wurde deutlich, dass diese Anlage nicht mehr den Anforderungen an die Abwasserreinigung entsprechen konnte.

Nach Planung, Abwasseruntersuchungen und Bauzeit konnte 1975 die erste Ausbaustufe (Vorklärbecken, Biologiebecken und Nachklärbecken) für eine Kapazität von 80.000 Einwohnern (EW) in Betrieb genommen werden. Bis Ende 1978 wurde die Anlage mit drei selbständigen Reinigungsstraßen für eine Leistungskapazität von 250.000 EW ausgebaut. Die hierfür aufgewandten Kosten betrugen 17,0 Mio. DM. 

Durch die Anforderungen an die weitergehende Abwasserreinigung, die Eliminierung von Stickstoffen und Phosphaten ist im Jahr1991 eine biologische arbeitende Phosphat und Stickstoffreduzierungsanlage in den drei Reinigungsstraßen durch Mess.- und Regelungssteuerung  installiert worden.

Obwohl der anfallende behandelte Klärschlamm der Kläranlage hinsichtlich seiner Inhaltsstoffen den Anforderungen der jeweils geltenden Klärschlammverordnung zur landwirtschaftlichen Verwertung entspricht wurde im Jahr 1991 - 1992 eine Klärschlammtrocknungsanlage mit einem Kostenaufwand von 7,7 Mio. DM gebaut. Durch den Bau der Trocknungsanlage reduziert sich die jährlich zu entsorgende Klärschlammmenge von ca. 10.000 t auf  2.500 t.

Zur besseren Vergleichmäßigung des Industrieabwassers auf der Kläranlage Holzminden sind in den Jahren 1997 - 1998 zwei Edelstahlmisch- und Ausgleichsbehälter mit jeweils einer Höhe von 18 m und einem Durchmesser von 18 m einschließlich eines separaten belüfteten Sand- und Fettfangs für das Industrieabwasser mit dazugehörigen Pumpwerk und Biofilter mit einem Kostenaufwand von 10 Mio. DM gebaut worden.

Für einen besseren Hochwasserschutz der Kläranlage ist im Jahr 2005 ein Schöpfbauwerk mit einem Kostenaufwand von 1,5 Mio. EURO gebaut worden.

Wegen höherer Schmutzfrachteinleitungen und den Anforderungen an die weitergehenden Abwasserreinigung ist in den Jahren 2002 bis 2004 eine vierte selbstständige Reinigungsstraße auf der Kläranlage mit einem Kostenaufwand von 4 Mio. EURO gebaut worden Die Gesamtreinigungsleistung der Kläranlage beträgt dadurch 340.000 EW. Für die nahe Zukunft ist evtl. eine Tuchfiltration oder Feinsiebrechenfiltrationsanlage geplant. Aus wirtschaftlichen  Gründen ist auch in naher Zukunft eine Schlammfaulung und Faulgasnutzung zur eigenen Stromerzeugung auf der Kläranlage geplant.

Impressum  Datenschutz